Nikolauskirchen


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Wer die die Städte entlang der Ostsee besucht, wird mit großer Regelmäßigkeit auf mittelalterliche Nikolauskirchen stoßen. Gleicherweise finden sich in Skandinavien,in Nord- und Mitteldeutschland Kirchen und Kapellen, die dem Heiligen geweiht sind. Diese Kirchen sind Zeitzeugen der Entstehung von Städten. Die mittelalterlichen Städte sind erst ab 1.000 langsam entstanden. Meist war eine Siedlung von Kaufleuten der Anfang. Diese bauten Siedlungen oft an einem Flussübergang, weihten ihre Kirche dem Heiligen. Die Kaufleute hatten auch das Geld, Brücken zu bauen und konnten dann die Siedlung und die Kirche durch den Brückenzoll unterhalten.

Siedlungen mit einer Nikolauskirche als Kern der Stadtentwicklung
Die Nikolausverehrung hat für die Entwicklung des Hochmittelalters eine zentrale Bedeutung. Diese Epoche der Kathedralen und Universitäten fußt nicht mehr auf dem Konzept der Abtei, die sich als Stadt Gottes verstand. Um diese Stadt herum wurde Landwirtschaft betrieben. Erst diese Städte schufen die Voraussetzung für die gotischen Großkirchen und die Universitäten. Ohne die Gründung von Städten wäre auch heute Europa nicht das, was es geworden ist. Voraussetzung war die Verbesserung der landwirtschaftlichen Produktion, um die Stadtbewohner ernähren konnte. Aber es musste noch etwas hinzukommen, dass um 1100 die Entwicklung der Städte an Dynamik gewinnt.
Ausgangspunkt waren Siedlungen um eine Nikolauskirche. Die treibende Kraft war der Fernhandel. Jeweils an Kreuzpunkten und bei Flussübergängen entstanden Kaufmannssiedlungen. Dass sich viele Nikolauskirchen in Gebieten jenseits der Elbe finden, hängt auch mit der Besiedlung dieser Regionen im beginnenden Hochmittelalter zusammen. Deshalb ist Nikolaus nicht nur Patron der Hanse, sondern über deren Bereich hinaus finden sich ihm geweihte Kirchen an den Fernhandelsstraßen von Nürnberg nach Stettin. Von Paris nach Kraków, entlang der Donau und an Landungsplätzen der Schiffe an Flüssen sind die mittelalterlichen Städte wie auf einer Schnur aufgereiht und haben jeweils eine Nikolaus-Kirche oder Kapelle.

Ein Kirchenpatron steht für eine gleiche Rechtsgrundlage und eine gleiche Stadtregierung
Die Kaufleute waren an einer größeren Freizügigkeit interessiert und zugleich an einer Rechtssicherheit, die sie möglichst an all ihren Haltepunkten vorfinden mussten. Es war ein natürliches Interesse, an den ganzen Handelswegen mit etwa gleichen Rechtsverhältnissen rechnen zu können. Die mittelalterliche Stadt ist von den Kaufleuten gegründet worden. Diese brachten Wohlstand und ermöglichten, dass auch Handwerker durch Brücken- und Kirchbau ihr Auskommen fanden.  Nicht überall sind die Kirchen und Kapellen erhalten, jedoch sind die Straßennamen z.B. Nikolaus oder Klausstraße heute noch auf dem Stadtatlas zu finden.


Die Nikolausinitiative bietet allen Nikolauskirchen, ob sie ein hohes Alter haben oder erst jüngeren Datums sind, Platz, sich mit den anderen zu präsentieren und zu vernetzen

 

 

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